Nachts Höhe Cadiz

Ein überholendes Kleinfahrzeug an Bb, ein schnelles hell erleuchtetes Fahrzeug (Frachter/Fähre) ebenfalls an Bb nahezu auf Kollisionskurs (im Auge behalten), 2 treibend Frachter weit an Stb, ein kaum wahrnehmbares Licht Stb voraus:
Das war die Situation als ich heute um 04:00 von Hannes auf Höhe Cadiz an der Atlantikküste mit 500 m Wasser unterm Kiel die Wache übernommen hatte.
Das Container Schiff quert jetzt gerade in ca. 1/2 sm Enfernung nahezu rechtwinkelig unseren Kurs, der nach Lagos führt.
Eine sternenklare, ruhige Nacht, nur unterbrochen vom sonoren Doppelklang der beiden Volvo-Diesel. Der Mond war gerade vor einer halben Stunde untergegangen, wie Hannes berichtete. Aber trotzdem hell genug um den Horizont zu erkennen. Diese Wache ist von der Zeit her für mich die schönste. Mit etwas Schlaf in den vergangenen Stunden in den Morgen hereinfahren.
Auf dem Salontisch sehe ich die Zartbitterschokolade, die Hannes im Kühlschrank entdeckt hatte. Spontan hiervon 2-3 Stücke – herrlich.
Die wieder instand gesetzte automatische Steuerung arbeitet einwandfrei. Der Platz im Salon ist angenehm gegenüber dem feuchten Cockpit. Alle paar Minuten ein aufmerksamer Rundumblick im Cockpit um die Lage zu erfassen, das langt bei dieser geringen Verkehrsdichte. Welche Wohltat nicht mehr stundenlang ans Ruderrad gefesselt zu sein.
Spontan überkommt mich der Wunsch nach einer Tasse Kaffee. Den werde ich mir gleich zubereiten.
Meine Gedanken wandern bereits zum kommenden Frühstück. Ich werde die Jungs heute mal mit Rührei verwöhnen!
Der neue Tag kann kommen…
P.S: Das Foto zeigt eine hinterm Heck querende Schnellfähre in 2-3 Kabellangen Abstand.

Nun sind wir bereits 10 sm vor Lagos und werden gegen 20:00 dort eintreffen.
Eine fehlende Mobilfunkverbindung draussen auf der großen Bucht hat die Kommunikation bisher verhindert









Autor: Sailing-Rainer

Langzeittörns in Nord- und Ostsee mit Sy Swantje (EMKA 29 HT) Gern auch einhand

2 Kommentare zu „Nachts Höhe Cadiz“

  1. Na, das hat ja schon mal wieder was gebracht. Drücke euch die Daumen,daß der Wind in Richtung und Stärke noch ein paar Tage anhält und ihr vom P- Norder verschont bleibt. Rainer, Swantje schart mit den Hufen. Gute Weiterfahrt– Peter

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