Schleusen und Süßwasserseen

Schon von der Marina Inverness aus haben wir die Seeschleuse (auf CH 74 „Sealock Caledonien) angerufen und bekamen die Öffnungszeit 10:30 genannt. Um 10:45 gings dann auch rein in der vom Schleusenmeister genannten Reihenfolge. (großes Schiff wegen Schwell aus Schleusentor vorn). Bei Clachnaharry Sealock ist auch das Ticket für die Kanalpassage zu lösen (für unser 9 m Boot 175 Pfund, 7-Tage Ticket. Die Schleusenmeisterin ist geduldig und beantwortet alle Fragen. Man erhält ein Infoheft und Merkblätter. Sowie den Schlüssel für die Yachteinrichtungen unterwegs (Toiletten).

Das Schleusen selbst ist entspannend und geht ohne Hektik. Bei uns haben sich 2 Kugelfender vorne und achtern, 2 Fender mitschiffs, sowie 2 ca. 15 m lange Leinen bewährt. Die Schleusenwände sind glatt ohne Haltemöglichkeit. Aber das macht nix. Das Schleusenpersonal (1 oder 2 Personen) nimmt die hochgeworfenen Leinen an, legt sie über große Haken an den Kanten und gibt die leinen zurück, die man dann gut aus der Hand fahren kann. Der Hub in den Schleusen ist ca. 3-4m. Das Wasser fließt durch die vorderen Tore moderat ein, wir haben in anderen Schleusen wesentlich größeren Schwell erlebt.

Anlegen konnten wir immer in Fahrtrichtung mit der Stb-Seite. Bei der 4-Kammer Schleuse hat Gert die Vorleine selbst zur nächsten Kammer getragen, um das Schleusenpersonal zu entlasten. Beim großen Boot vor uns war man aber in allen Kammern behilflich. Den Kanal allein durchfahren zu wollen, halten wir trotz Hilfestellung des Schleusenpersonals für bedenklich.

Auf der gesamten Strecke sollte CH 74 abgehört werden. Dann ist man genau im Bild, wie es weitergeht und die einzelnen Boote werden mitunter auch konkret angesprochen. Vor der Muirtown Swingbridge wurden wir z. B. gebeten am Warteschlengel bis 14:00 zu warten.

Man wundert sich, wie lange das ganze Prozedere letztlich dauert. Heute um 10:15 in der Marina inverness gestartet haben wir es gerade in das Loch Ness, den ersten der 4 großen Seen geschafft und dabei nur eine Strecke von 15,8 sm zurückgelegt, davon allein 7 sm im Loch Ness.

Man kommt an mehreren Marinas im Kanal vorbei, die alle im Preis inbegriffen sind. Wir haben es für heute vorgezogen, in der Bucht von Urquart Castle vor Anker zu gehen – gut geschützt vor dem SW, der uns wieder mit über 20 kn im See beglückt hat und unsere Geschwindigkeit auf unter 4 kn drückte. Jetzt am Abend ist es hier richtig romantisch. Still ruht der See und Vogelstimmen schallen herüber.
2002 war ich auf Peters SY Harlekin schon einmal hier. Erinnerungen kommen hoch. Und auch an 1974 erinnere ich mich, als ich mit meiner Frau und unserer „Ente“ eine Schottlandtour unternahm.
Morgen fahren wir nur bis Fort Augustus am Westende des Loch Ness. In der Broschüre wird von einer Mindesreisezeit von 2,5 Tagen für den 50 sm langen Chanel ausgegangen. Und das können wir inzwischen nachvollziehen. Auch glauben wir jetzt an Nessi. Solch tosende Wellen hat der Wind nicht alleine produzieren können.

Autor: Sailing-Rainer

Langzeittörns in Nord- und Ostsee mit Sy Swantje (EMKA 29 HT) Gern auch einhand

7 Kommentare zu „Schleusen und Süßwasserseen“

  1. Hallo, Ihr zwei Helden! Da habt Ihr ordentlich etwas abgewettert und abgeritten! Ich hoffe, es wird jetzt ruhiger. Bin gespannt auf Berichte über Scottish Canals, wie die sich organisieren und finanzieren – im Vergleich zu den deutschen kleineren Bundeswasserstraßen.
    Ich habe versucht, jemanden von dort für eine Tagung in Koblenz zu Renaturierungsmaßnahmen an Wasserstraßen zu gewinnen, es wollte aber niemand.
    Alles Gute und vor allem schöne Landschaft, ruhiges Wasser, Rückenwind!

    Volker

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    1. Hey Volker
      Danke für die guten Wünsche

      https://www.scottishcanals.co.uk/

      Die Finanzieren sich wohl durch die Kanalgebühren und scheinbar auch durch Spenden.
      Spendenbox hab ich z.b. In Fort Augustus am Caledonian gesehen.

      Kann mir gar nicht vorstellen, das niemand kommen will.
      Vielleicht hast du nicht den richtigen Eingangskanal oder den Besuch in Koblenz nicht attraktiv genug gemacht?
      Vielleicht klappt es ja doch noch

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  2. Nun ist aber langsam genug mit Schietwetter, lange Schläge und Waschgänge fürSwanntje und euchharten Jungs. Freut euch auf den Kanal, Schleusungen und die Entdeckung der Langsamkeit.
    Viele Grüße

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  3. Hallo Jungs,schön das Ihr jetzt relativ “ ruhige “ Gewässer erreicht habt und ein wenig auftanken könnt .Ihr seid aber auch harte Knochen – alle Achtung .Für den weiteren Reiseverlauf wünschen wir Euch Sonne u. passenden Wind ( max.20 kn. ) .Wir bleiben dran und freuen uns auf weitere Berichte.

    Viel Glück – von der TANTANA-CREW K. & D.

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  4. Die vielen dunkelen Wolken am Himmel, stören doch ein bißchen. Schade, ich habe euch doch Sonne und 25`C bestellt. Muß meine Beziehungen zum Wettergot wohl mal ernsthaftig überprüfen.
    Genießt den schönen Ort Fort Augstus, vielleicht bleibt ihr ja noch ein Tag,habe ihn in guter Erinnerung. Weiter alles Gute und viel Spaß, wünschen P+W

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