Respect the water

Respect the Water
Das steht auf einem Aufkleber der RNLI (Royal National Lifeboat Institution) der bei mir am Fernglashalter klebt. In Abwandlung dessen sagen wir: RESPECT THE IRISH SEA.

Die Irische See zeigt einem bereits bei 4-5 Bft die Zähne. Bei unserer Fahrt am Dienstag von der Isle of Man nach Ardglass über 33 sm hatten wir einen Halbwinder von 4-5 Bft . Es gab aber eine erstaunliche Dünung von 2,5 m und ca. 20m Distanz zwischen den Wellenhochs (Art Atlantikdünung) überlagert von einer konfusen Windsee. Wind und Welle waren glücklicherweise im Gleichklang parallel zum Schiff. So segelten wir unter Groß und Fock munter auf den Wellenbergen entlang, bis wir in das nächste Wellental sausten, oder auf dem Wellenberg die Gischt am Waschbord des Cockpits entlang gurgelte. Das Steckschott sicherheitshalber eingesteckt, machten wir gute Fahrt und erreichten nach 5-6 h Ardglass. Tricky hier die relativ schmale Einfahrt zwischen den Felsen und nach Passieren der Fischereihafeneinfahrt im Bogen um einen Wellenbrecher herum dann der Yachthafen. Ein feines Clubhouse und sogar das Büro zum Einchecken war noch geöffnet.
Wir haben übrigens bisher auf unserer ganzen Fahrt immer ein warmes WELLCOME genossen.
Der Yachtsport hat hier ein ganz anderes Gewicht und speziell Ausländern (von denen wir auf unserem Törn wenige sahen) und dann noch mit kleinem Boot wird Anerkennung ausgedrückt.

Wir hatten eigentlich vor in Ardglass einen Hafentag einzulegen – auch weil der ort nett sein sollte. Nach Ausschlafen und etwas späten Frühstück brachte uns jedoch der von der Wetterwelt GmbH abgerufene Wetterbericht in die Realität zurück.
By the Way: Der Service von Wetterwelt ist fantastisch und die Vorhersagen trafen fast immer genau ein. Also wer ein Smartphone besitzt sollte sich diesen Dienst (App SEAMAN) mal ansehen. Sehr gut ist die Möglichkeit „Streckenwetter zu machen“ und so nicht nur die punktuellen Verhältnisse sondern auch die Veränderungen während der Route angezeigt zu bekommen. Desweiteren wird nicht nur der „Normalwind“ sondern auch „Böenstärke“ angezeigt und die beträgt hier manchmal bis zum Doppelten der Normalstärke.

Gestern war die letzte Möglichkeit Boden nach Süden gut zu machen . Die folgenden Tage versprachen Starkwind. So lange wollten wir dann doch nicht in Ardglass verbleiben.
Planänderung – Schiff klariert und gegen 11:00 nach Howth/Dublin ausgelaufen. Diesmal mit etwas weniger Dünung (1,5m) und Wind 4-5 raum. Groß und Fock standen gut, rasche Fahrt aber bei wiederum konfuser Windsee.
Für das zu durchquerende Seegebiet sei noch eine Besonderheit angemerkt: KEIN TIDESTROM , im ganzen Bereich Slack. Lediglich 10-15 sm vor Howth setzte für uns praktischerweise wieder mitlaufender Strom ein. Strom gegen Wind möchten wir hier auch nicht unbedingt erleben.

Bereits 20:30 erreichten wir Howth, einen großen Yachthafen für Dublin (a la Kiel Schilksee). Die Einfahrt zum Yachhafen verbirgt sich hinter der kleinen Insel Irelands Eye.
Mit uns zusammen lief eine Gruppe von Yachten ein, die sich scheinbar bei einer Feierabendregatta ausgetobt hatten. Der Howth Yachtclub veranstaltet regelmäßig Clubregatten. Fast jeden Abend ist hier etwas los. Hier wird auch das älteste „keelboot class racing of the world“ regelmäßig 2mal die Woche mit 17S Yachts ausgetragen. Designed here in 1897 !!!

Es stand heute Nacht bei jaulenden Masten und viel Geklapper leider Schwell in den Hafen, so das Fender und Leinengequietsche eine unruhige Nacht bereiteten.

Heute werden wir hier zunächst die Örtlichkeit erkunden. Der Yachthafen liegt am Howth Head, einem landschaftlich schönen Hochplateau mit Klippenpfad, Leuchtturm von Bailey, Howth Abbey usw. Vermutlich morgen steht als Highlight natürlich auch der Besuch von Dublin an – mit Schnellbahn (Dart) von hier gut erreichbar.

Autor: Sailing-Rainer

Langzeittörns in Nord- und Ostsee mit Sy Swantje (EMKA 29 HT) Gern auch einhand

3 Kommentare zu „Respect the water“

  1. Da habt ihr sicher die richtige Entscheidung getroffen, bei der Wettervorhersage möglichst viel Süd gutzumachen. Dublin ist bestimmt eine Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten und dann die vielen, urigen Pubs!!!!! Man könnte euch beneiden. Genießt die Zeit und bringt schönes Bild und Filmmaterial mit nach Hause. Bin gespannt auf die nächsten Ziele. Gruß, Peter + Waltraud und natürlich auch G171.

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    1. Ein Herr “ No Name“ mit der Adresse „blahblahblah“ hat sich zu dem Kommentar „stark“ hinreissen lassen.
      Ich finde das ungehörig anonym zu kommentieren und habe das daher nicht freigeschaltet.
      Benehmen liegt halt nicht jedem

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