Ritter Carlos

Gestern sind wir von unserem Privatliegeplatz in Vieregge zum „Rittergut Liddow“ von Rolf Carlos Reckmann auf der gleichnamigen Halbinsel Liddow, die am großen Jasmunder Bodden liegt, aufgebrochen.

Auf unserer Wanderung dahin, könnten wir nachvollziehen, wie Johann Jacob Grümbke (Arztsohn aus Bergen, Hauslehrer und Privatgelehrter) es erlebt hat und es in dem uns vorliegenden, erstmals 1805 erschienenen Buch beschrieben hat.

In Vieregge übergab ich mich und mein Reisebündel einem Wegweiser und wanderte auf Neuenkirchen zu, das sich hinter einer Kette von Hügeln verbirgt. Die Strasse führte auf diese Höhen zu und ein Hohlweg durch dieselben. Die höchste Hügelspitze Hochhilgor bestieg ich und warf von einer Aussicht überrascht, , welche mit der vom Bakenberg um Vorzug streitet. Die entlegene Gerne, die dort fast wie ein Luftbild zerfließt, wird hier dem Auge näher gebracht, und der veränderte Standpunkt zeigt Hiddensee, Wittow, Jasmund und Rügen mit seinen Buchten und Wasserwindungen in ganz neuen Gestalten. An Hochhilgors Mittagsseite breitet sich in der Tiefe das Dorf Neuenkirchen aus, seitwärts gegen Nordost teilt eine Unwirksame das Land und bildet eine Halbinsel, worauf der Landsitz Liddow mit seinem Wald sich in dem Wasser spiegelt.

Neuenkirchen ruht am Fuß einer weiteren Anhöhe, worauf die kleine turmlose Kirche Einsiedlertisch steht. Ein altes Dorf (wendischen Name Jamnou) und ziemlich volkreich. Unter anderem wohnen hier viele Schützenfahrer, denn seitwärts gegen Osten grenzt bei Grubnow eine Unwirksame, die für die Schifffahrt bequem gelegen ist.

Der nach Grümbke benannte Aussichtsturm war leider noch nicht wiederhergestellt, so das wir den tollen Blick so nicht nachvollziehen konnten. Aber schöne Aus- und Ansichten hatten wir trotzdem.

Die Straße nach Neuenkirchen würde gerade neu gebaut. Im Ort lotste mich Michael zum alten Kaufmannsladen, wo wir in Ruhe unseren Durst stillen konnten.

Auch die Kirche auf dem Hügel besichtigten wir natürlich.

Weiter ging’s dann Richtung Liddow. Auf dem Weg dorthin begeisterten an einem Häuschen etliche Holzskulpturen.

Über die Eng zum Tetzitzer See führt eine überraschend lange stabile hölzerne Brücke. Hier liegt. ein alter Schlepper und der Blick reicht bereits bis zum Gut Liddow.

Schon von hier kann man das rote Stahlskellett eines alten Kriegsfischkutters erkennen, Rolf -auch Schiffsliebhaber-Mann will ihn unbedingt fertigstellen.

Durch eine neue angelegte Baum-Allee (Ausgleichsmaßnahme für die Straße bei Neuenkirchen!) gelangen wir in den Gutshof.

An vielen Stellen ist restauriert aber es ist auch noch unendlich viel zu tun.

Rolf. musste leider etwas außerhalb erledigen, so wir auf einem Bootssteg ein ausgedehntes Nickerchen machten, einen Schwanz mit seinen Jungen im Nest beobachteten und Michael sogar ein Bad wagte.

Nach einiger Zeit kam Rolf und geleitete uns in eine saalartige „Einraumwohnung“. Mit großem Tisch, Ritterstühlen, zwei riesigen Leuchteten aus Wagenrädern, ein moderner Kücheneinbau, Bett und einem gigantischen Kamin urig eingerichtet.

Wir verbrachten bei „Ostdeutschen Kaffee“ (der so. schön pelzig durch die Kehle rinnt) und von Michael mitgebrachten Whiskey anregende zwei Stunden.

Rolf kennt hier alles und jeden, ist studierter Künstler, aber macht auch Baubetreung und hat seine Nase in vielen, vielen Projekten.Ein Freidenker und interessanter Mann.Wenn es bei dem Gespräch zu sehr in die DDR-Historie ging, konnte ich nicht immer folgen. Aber das machte nichts, interessant war es allemal.

Zurück ging’s im Laufschritt, wollten wir doch im Gasthof von Neuenkirchen noch ein Abendbrot genießen. Schade- Michael hatte den „Montagsruhetage“ nicht bedacht.

Also weiter zum Boot im Laufschritt. Bei Michael an Bord gab’s stattdessen heiße Würstchen und köstliches Rostocker Pils und wir tauschten uns noch bis weit nach Sonnenuntergang über das erlebte aus.

Ein Gedanke zu “Ritter Carlos

  1. Peter Kersten 30. Mai 2018 / 12:13

    Mensch Rainer, wenn du jetzt sogar schon bei.i den Rittersleut verkehrst, dann wird der Adelstitel wohl nicht mehr weit weg sein. Na ja ,Ritter Rainer von der Schwanenburg hört sich doch ganz gefällig an
    Ich ziehe schon jetzt meinen Hut. herzl. Grüße von Peter und Waltraud, dem niederen Volk.

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