Frühjahrs-Ostseetörn: Deep Blue / Swantje

Unter dem Motto „Nordsee trifft Ostsee“ startete ich am 08. Mai einen Törn in die Ostsee zur Schlei und nach Rügen.

Ich wettere zur Zeit -pünktlich zu Sommerbeginn- in Rendsburg ab (von hier ab morgen in 2 Tagen heimwärts) und lasse den Törn Revue passieren:

In 50 Tagen habe ich zu Hause angekommen in 28 Fahrtagen knapp 800 am zurück gelegt. Mit 22 Hafentagen war das eine wahre Relax-Land-Erlebnistour bei bestem Wetter. Lediglich der aktuelle Wetterumschwung sorgte für zusätzliche Hafentage.

Alles in allem ein Super Törn, der geradezu danach schreit nächstes Jahr wiederholt zu werden. Dann unter dem Motto „Ostsee trifft Nordsee“. Mit meiner Ortskenntnis der Nord- und Ostfriesischen Inseln kann ich mich dann bei Michael revanchieren.

In knapp 30 Artikeln habe ich die Reise ausführlich beschrieben.Wer Lust hat mag reinschauen.

Desgleichen bei Michael, der ja jetzt noch in den Schären ist, unter

http://www.schnatermannsegeln.de

Diese Jahr bin ich übrigens amphibisch unterwegs: Nach der Seetour folgt per Reisewohnwagen eine Landtour mit Ziel Tallin 😉

Furioser Sommeranfang für SY Swantje

Gestern nach meinem ca. 6-wöchigen Aufenthalt in der Ostsee (Ostsee trifft Nordsee) bot sich nach tagelangem SW-Wind in einem Wetterfenster (Winddreher auf NW) von Spodsbjerg aus Kiel zu erreichen. Ab Mittag drohte allerdings Starkwind mit Schauerböen, so das ich bereits um 04:30 in Spodsbjerg bei Nieselregen und grauem Himmel aufbrach.

Das hat sich ausgezahlt: Zunächst 5 sm im Windschatten von Langeland, konnte ich bei steigenden Windstärken aber immer noch glattem Wasser Groß und Fock setzen. Jetzt lief es mit 6 kn sogar schneller als unter Maschine, trotz leichten Stroms Gegenangebot. Vorsorglich zog ich ein Reff ins Groß, was sich nach Passieren von Lt Keldsnor an der Südspitze von Langeland günstig auswirkte. Die Windstärke war mit Max 22 kn und auch der Seegang mit ca. 1,5 m durchaus akzeptabel und der Kurs von ca. 50 Grad am scheinbaren Wind sicherte rasches Fortkommen. Meine anfängliche Besorgnis schwand (ich nehme immer den wirst case an) verflüchtigt sich, zumal jetzt zeitweise sogar die Sonne hervor lugt.

Ein furioser Empfang für SY Swantje dann gegen 12:00 in der Kieler Förde. Die Organisatoren der Kieler Förde hatten scheinbar für meinen Empfang extra eine Großsegler Parade organisiert. Fantastisch !

Auch an der Schleuse in Kiel Holtenau hatte ich Glück. Bekanntermaßen ist die kleine Schleuse außer Betrieb und man muß sich bei den Großschiffen, die natürlich Vorrang haben einreihen (weißes Blinklicht für Sportboote, wenn sie dürfen). Fünf Minuten nach meiner Ankunft konnte ich zusammen mit bereits 6 wartenden Sportbooten Einlaufen. Ein Konvoi von 3 Militärschiffen hatte bereits an der Bb-Seite festgemacht und die Sportboote konnten nun stressfrei die Stb-Seite der Schleusenkammer nutzen. Pünktlich begannen nun die prognostizierten Schauerböen einzusetzen. Geschafft !

Die Fahrt auf dem NOK bei ständigen Schauerböen war dann ziemlich ungemütlich. Aufgeweicht und etwas durchgefroren war ich froh, nach ca. 4h Rendsburg zu erreichen. Beim Anlegen an den überdimensionierten Boxen mit erforderlichen langen Heckleinen halfen mir zum Glück andere Segler.

Auch wenn ich -noch ohne Frühstück- unterwegs 3 Fischfrikadellen verspeist hatte, machte sich Appetit bemerkbar. Spontan besuchte ich daher das „River Side“ ein vorzügliches Restaurant am Yachthafen. Pann- Fisch, diverse Biere, Pansen-Utbrenner und Kaffee belebten zwar zunächst meine Geister, aber wenig später verschwand ich doch früh in der Koje.

Heute morgen zunächst Wetter checken und erste Planung für den Törn heimwärts. Eins steht fest: Vor Sonntag komme ich hier nicht weg. Wegen des ungünstigen Wetters werden sich auch bei der Liegemöglichkeiten in Brunsbüttel die Boote stauen – dann bleibe ich doch lieber hier in dem netten Hafen. Also zunächst das „Zirkuszelt“ (sagt Peter) aufgebaut, damit ich die nächsten Tage nicht nur im Keller (unter Deck) lebe und dann ein ausgiebiges Frühstück.

Mit dem Wetter haben ich insofern Glück, als es zwar mächtig kachelt aber kaum regnet, des öfteren kommt sogar die Sonne durch. Ich nutze den Tag für eine intensive Erkundung von Rendsburg, das durchaus schöne Seiten hat. Ich folge einer „blauen Linie“ die aufs Pflaster gemalt, an allen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt – genial. Ich sehe viel und 5 h (inclusive Pausen) vergehen wie im Flug.

Heute hab ich an Bord zu Abend gegessen und lasse den Tag Revue passieren. Auch morgen werde ich mich bestimmt nicht langweilen. Ich kann in der früh den Wochenmarkt besuchen.

Langsam steigt auch die Freude auf meine baldige Heimreise…

Hafentage in Spodsbjerg

An Hafentagen hole ich gern das Fahrrad hervor. Gestern erhielt ich von einem anderen Segler den Tipp für einen Radweg nach Rudkøbing.

Gegen 11:00 ging’s los. Gleich nach Verlassen des Ortes ging’s durch eine sehr abwechslungsreiche, hügelige Landschaft – typisch dänisch. Gut ausgebaute und für Radfahrer beschilderte Wirtschaftswege führen zwischen Kornfeldern und Graswiesen hindurch.

Wenige 100 m hinter dem Ort dann eine Überraschung: Kunsttårne. Ein altes geklinkertes Trafo-Häuschen ist zum Kunstobjekt gewandelt. Diese Objekte sind über ganz Langeland verstreut, wie ich einem Info-Blatt entnehme.

Der Weg führt nach Queren der Straße „9“ über Simmerbølle schließlich nach Rudkøbing. Hier geht’s natürlich zuerst zum Hafen.

Der Blick fällt sofort auf die große Brücke, die Langeland mit Tåsinge verbindet. Erinnerungen an Familientörns mit Ilse und Thomas kommen hoch. Meist ging es hier mit viel Fahrt von Norden kommend durch das eng betonnte Fahrwasser. Der starke Wind, der in Spodsbjerg durch Land abgelenkt sehr böig ankommt, weht hier wesentlich gleichmäßiger.

Dann ein Gang durch den Ort mit den typischen sommerlichen Angeboten. Vor einem „Kunst-Cafe“ gibt’s Kaffe und selbstgebackenen Kuchen.

Der Weg zurück – jetzt vor dem Wind – ist ein wahrer Genuss. Zufrieden sitze ich wenig später im Cockpit.

Ich liege hier übrigens ganz allein an einem Steg für Boote < 9 m. Die heute üblichen größeren Boote passen hier nicht in die Boxen 😉

Beim abendlichen Rundgang erkunde ich noch den kleinen kinderfreundlichen Badestrand, den urigen Fischereihafen und entdecke ganz unerwartet eine Räucherei. Hier erstehe ich vorzügliche Dorsch-Fischfrikadellen. Ein schöner Hafentag !

Auch heute muss ich hier noch abwarten , bis sich passender Wind für meinen Kurs nach Kiel einstellt und danb möglichst gleich durch in den NOK bis Rendsburg. Wegen der Kieler Woche, der größten Segelveranstaltung der Welt, die noch bis Sonntag andauert, werden in der Kieler Förde Liegeplätze wohl Mangelware sein.

Morgen früh um 05:00 soll’s losgehen, wenn es nicht noch entscheidende Änderungen im Wettergeschehen gibt.

P.S.: Familie Reiners ist mit ihrer Frisena heute früh morgens Richtung Femø mit passendem Wind ausgelaufen. Diese Insel hatte ich ihnen auf ihrem geplanten Weg nach Klintholm als Etappenziel empfohlen. Ob es ihnen dort genauso gefällt wie mir?