Schweizer Tipp für Lettland

Am Lagerfeuer in Skirsnemune (Litauen) erhielten wir von einem Schweizer Ehepaar den Tipp: Fahrt zum Campingplatz Sili auf halben Weg zwischen Liepaja und Ventspils – ein fantastischer Strand!

Gut 200 Km von Nida. Das langt. Der Grenzübertritt nach Lettland wäre kaum zu bemerken, wenn wir nicht das Schild gesehen hätten. Gute Straßen, allerdings etliche Baustellen. In Höhe Labras ging’s ausgeschildert zum Campingplatz.

Ein riesiges Wiesengelände an einer Steilküste und über eine Holztreppe erreichbar unten ein kilometerlanger Strand – seicht geht’s ins glasklare Wasser.

Hier bleiben wir zumindest 3 Übernachtungen und nutzen dies als Stûtzpunkt für Exkursionen nach Ventspils und Kuldiga.

Gebadet haben wir heute schon ausgiebig und abends hat uns nachdem eine Front mit wenigen Regentropfen vorûberzog ein fantastischer Sonnenuntergang.

Fahrradtour und Strandleben auf der Kurischen Nehrung

Nida auf der Kurischen Nehrung lag ja nahezu in Sichtweite von Rusne. Also wollten wir dort natürlich auch hin. Zunächst 50 km nach Klaipeda und dann auf die Fähre. Diese sind von der Größe vergleichbar mit der Fähre Bremerhaven – Nordenham und fahren auch im 1/2 h Takt. Vollkommen unspektakulär. Allerdings Fährkosten 25€ und nochmals 30€ „Eintritt“ für die Einfahrt in den Nationalpark. Kurz hinter Smyltine kommt ein Schlagbaum mit Bezahlhäuschen.

Dann geht’s fast nur durch Wald, ein bisschen auf und ab und ein paar Kurven – immerhin 50 km.

Über den Campingplatz direkt bei Nida waren die Meinungen geteilt: Zu voll (Heerlager), zu wenig Sanitär bzw. unsauber, zu teuer. Wir haben uns davon nicht abschrecken lassen, sind natürlich bereits mittags angekommen und fanden so einen tollen Schattenplatz unter hohen Kiefern. Wenn man eine derart nachgefragte Region anläuft, muss man mit höheren Preisen rechnen, das ist überall so. Die Sanitäranlagen sind zweckmäßig auf viele Personen eingerichtet, werden dann aber durch die vielen Leute nach guter Reinigung relativ rasch in Mitleidenschaft gezogen .

Das sind u.E. aber Nebensächlichkeiten. Wichtig ist, dass man hier in der schönen Natur etliche Zeit verbringen darf.

Bereits vorgestern am Ankunftstag, konnten wir den endlosen, feinsändigen Meeresstrand genießen, fußläufig vom Campingplatz erreichbar. Ungewöhnlich die Einteilung in Männer, Frauen und Gemischt-Abschnitte.

Gestern dann Besichtigung von Nida – der Blick vom Sommerhaus Thomas Mann ist herrlich. Und auch den Yachthafen innerhalb der Nehrung, den ich zusammen mit Detlef 2007 angelaufen hatte, wollte ich natürlich wiedersehen. Eine ausländische Yacht haben wir nicht gesichtet.

Hervorzuheben ist die Fortschrittlichkeit in Sachen Elektromobilität. In Nida gibt es eine Schnellladestation. Außerdem verkehren (teilweise) kleine E-Gefährte zur Personenbeförderung. Immerhin ein Anfang ist gemacht. Am Strand gibt es übrigens solargestützte Ladestationen für Mobiltelefone.

Der Radweg binnenwärts war toll ausgebaut. Es ging an vielen, vielen Ferienhäusern vorbei. Jetzt wundert uns der starke Autoverkehr und Fährbetrieb nicht mehr. Wir machten häufig Halt, vor allem, wenn es eines der alten traditionellen Häuser anzuschauen gab (Bausünden gibt’s natürlich auch hier) oder bei schönen Ausblicken aufs Meer.

Nida, Preila und Pervalka sind praktisch die Orte, in denen sich die Bebauung konzentriert und durch die auch der Radweg führt.

In Preila haben wir uns zu äußerst günstigen Preisen direkt an der Wasserkante ein Mittagsmahl gegönnt. Der Fahrradweg ging danach viel durch Wald und wechselte dann bei Pervalka auf die Meerseite. Hier nutzten wir die Chance zu einem Bad, bevor es zurück ging. Sehr, sehr warmes Wetter und nach den gut 30 km war’s dann auch genug.

Heute war Strandtag mit viel baden. Ob das für heute Spätnachmittag angesagte Gewitter noch kommt ?

Abends wollen wir nach Möglichkeit noch auf die Parnidder Düne, um von dort oben den Blick zu genießen.

Morgen früh geht’s weiter. Noch vor Ventspils gibt es einen sehr schönen Campingplatz an der Steilküste.

Den Weg auf die Parnidder Düne haben wir vor dem Gewitter noch geschafft.

In der Region Silute

Wir sind in Litauen hier im südlichsten und größten der 3 baltischen Staaten. Silute liegt im Mündungsgebiet der Memel ca. 50 km südlich Klaipeda. Außerdem ist das Kurische Haff in direkter Reichweite, nur wenige sm Wasser trennen uns z.B. von Nida.

D

Die Insel Rusne (Naturschutzgebiet) wird beiderseits von den Memelarmen Atmata (daran grenzt unsere „Campingwiese“) und Skirvite umschlossen. Es befinden sich hier miteinander verpflochtene Seen, alte Flussbetten, Sümpfe und Moore. Eine der wenigen Orte in Europa, wo bei Hochwasser die riesigen Wiesen und sumpfigen Wälder überschwemmt werden. Dazwischen auch durch Deiche geschützte Polder. Es gibt hier eine überbordende Flora und Fauna.

Mitunter sind die Naturgewalten so groß, dass Rusne auf dem Landweg nicht mehr erreicht werden kann. Die Zuwegung wird zur Zeit mit Tiefgründungen aufwendig neu gestaltet, eine Art Moorbrücke.

Bereits gestern am späten Nachmittag hielt es mich nicht mehr auf dem Platz am Atmata-Fluss. Mit dem Auto ging’s auf Rusne zum Kleinhafen Uostadvaris. Zu neugierig war ich, wie es sich wohl verändert hätte, seit ich 2007 mit Swantje und Detlef seiner Kunkelsuse dort lag. Die ehemalige Schotterstrasse ist inzwischen asphaltiert – wir hatten damals bei der Fahrt mit unseren Falträdern ins Landesinnere entnervt aufgegeben. Im damals kaum frequentierten Hafen sind nun etliche Sportbootliegeplätze entstanden, aber immer noch ein urwüchsiger Ort.

Auf der Rückfahrt – auch über Schotterstrecken, finden wir am Skirvyte-Arm ein Restaurant mit Blick auf die Brücke. Am gegenüberliegenden Ufer ist selbst um 21:00 noch reger Badebetrieb.

Leider treiben uns abends gegen 23:00 die Mückenbiester in den Wohnwagen.

Heute Vormittag stand die Erkundung von Silute auf dem Zettel (In Beverstedt unserem Heimatort bekannt durch den Verein „Hilfe zur Selbsthilfe in Osteuropa“).

Wir suchten und fanden vor allem die preußische Architektur: Gelbe Metallbrücke, Feuerwache, Postgebäude, ev.luth. Kirche, ehemalige Volksschule… Waren allerdings auch erstaunt, wie touristisch sich die Stadt inzwischen entwickelt hat. Auch Gewerbe und Handel scheinen gut entwickelt. Sehr nett wurden wir in der Tourist-Info mit Infomaterial sogar auf deutsch versorgt. Wir freuen uns, das wir Silute nun nicht nur vom Hörensagen kennen.

Um das ganze abzurunden besuchten wir dann auch noch den kleinen Hafenort Minia sowie auf der Landzunge Vente den Leuchtturm. Von hier geht der Blick frei zum Kurischen Haff und riesige Dünen sind erkennbar. Auch befindet sich hier eine ornithologische Station, wo Vögel mit riesigen Netzkonstruktionen eingefangen und beringt werden.

I

Insgesamt ein informativer, schöner Ausflugstag.

Morgen geht’s von Klaipeda aus mit der Fähre auf die Kurische Nehrung. Das Wetter meint es sehr gut mit uns – jetzt ist eine Erfrischung am Meer prima.