Den Lohn eingefahren

Ich hatte auf dem Boot geschlafen und um 03:15 klingelte der Wecker. Aber ich wusste ja: Gar nicht schlimm. Mich erwartet ein schöner Tag.

Ein großes Lob geht an die Besatzung der Bremerhavener Fischereihafen-Doppelschleuse. Ich hatte am Vorabend meine beabsichtigte Schleusung für 04:00 telefonisch angekündigt und konnte so direkt in die bereits geöffnete Schleuse einfahren. Und ruckzuck ging’s auch wieder raus auf die Weser. Die Besatzung hatte wahrlich ein Herz für mich als Segler!

Es war noch stockdunkel und die Wasserkante von Bremerhaven zeigte sich in ungewohnten Schein.

Aber nicht mehr allzu lange bis zum Sonnenaufgang.

In rascher Fahrt ging’s mit der Tide mit über 8 Kn die Außenweser hinaus. ich wusste ich durfte keine Zeit verlieren, wollte ich nicht vor Amrum zu früh in die Gegenströmung gelangen. Obschon zig mal hier gefahren erfreute mich zu dieser frühen Stunde die Außenweser besonders.

Schon bald kamen die Türme Rote Sand und Alte Weser in Sicht.

Die Sandbank kurz vor Alte Weser reicht bei dem nun vorhandenen Niedrigwasser direkt bis an die Fahrrinne.

Verlief bisher meine Fahrt unter Stûtzgroß und Maschine, probierte ich nun das Segeln unter Groß und Genua. In Anbetracht der noch großen Strecke und der Einschränkung durch den Tidestrom müsste ich einige Zeit später aber wieder die Maschine zu schalten. Schade – aber so ist es hier im Tidengdwässer. Die 3 Bft bringen einfach nicht genug Vortrieb.

Spannend würde dann einige Zeit später das Verkehrstrennungsgebiet in der Zufahrt zur Elbe, welches ich am seewärtigen Rand kreuzte. Hilfreich da die elektronische Seekarte auf dem Tablet, welches die Position der Großschiffe anzeigte. Die AIS Positionen der Schiffe werden per WLAN dort eingeblendet. Einem Flusskreuzfahrschiff auf Kollisionskurs kann ich so durch Reduzierung der Fahrt problemlos ausweichen und auch an der Reede komme ich problemlos vorbei.

An Helgoland schramme ich in 10 sm Entfernung vorbei. Klar das ich Hinüberwinkel 😉

Auf dem Wasser jetzt strahlend blauer Himmel. Mit Schönwetterwolken über See und über Land.

Bald kam das Rütersgatt in Sicht, mit der betonnten breiten Rinne bis nach Amrum.

Weil ich mich so beeilt hatte, gab’s im Rütersgatt noch keinen Gegenstrom. Nur Swantje auf der Windfahnensteuerung schien ein wenig beleidigt, weil sie nicht so Recht zum Einsatz gekommen war.

Amrum kommt in Sicht.

Ich finde im Hafen von Wittdün einen guten Platz am langen Schwimmsteg.

Erst mal nen Anlegebier und sacken lassen. 78 sm in 13 h – ein Wettlauf mit und gegen die Tide.

Aber einige Zeit später wage ich bevor das Niedrigwasser eintritt noch ein Bad im Hafen.

Und nach dem Abendessen (lecker Erbsensuppe aus der Dose) radle ich noch kurz durch die schöne Landschaft nach Wittdün.

Heute nach herrlich langem Schlaf mein geliebtes Müsli mit Banane und Kaffee zum Frühstück.

Um 10:00 dann der eigentliche Grund meines Amrum-Törns. Karin (meine Schwester) und ihr Mann Volker, die hier Urlaub machen, kommen an Bord. Ein herzliches Wiedersehen

Schnell wird gemeinsam der Plan geboren hier im Hafen (Kutter ist aus Fedderwarden😂) Granat zu kaufen, im Cockpit zu pulen und hier abends an Bord als Krabbenbrot mit Spiegelei zu verspeisen.

Ich werde bis einschließlich Sonntag auf Amrum verbleiben. Es gibt bestimmt noch mehr gemeinsame Unternehmungen, bevor ich nach Helgoland aufbreche.😁

Autor: Sailing-Rainer

Langzeittörns in Nord- und Ostsee mit Sy Swantje (EMKA 29 HT) Gern auch einhand

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