Dieselpest ? – Bei mir doch nicht.

Das war bisher meine Meinung. Aber lest selbst.

Sofort nach dem Anlegen im Helgoländer Südhafen machte ich mich an die Fehlersuche bezüglich des plõtzlichen Motor-Ausfalls.

Filter verstopft ???

Zur Sicherheit wechselte ich zunächst den Diesel- Feinfilter (sah eigentlich gut aus) und dann auch den CAV-Grobfilter mit dem Schauglas. Da waren ein paar Ausflockungen zu sehen.

Das Vorpumpen und Entlüften funktionierte aber nicht wie gewünscht irgendwie kam kein Brennstoff. Der Fehler musste am Tank liegen.

Also meine Küchenbude (Peter sagte immer Zirkuszelt) aufgebaut und im Cockpitfußboden den Deckel geöffnet um an den hinter dem Motor untergebrachten Tank ran zu kommen. Gut, das ich diese Öffnung vor etlichen Jahren bei der Auswechslung des Volvo-Motors installiert hatte!

Nach dem Ausbau des Gebers für die Brennstoffanzeige konnte ich durch dessen Öffnung in den Tank hineinschauen. Unten vor dem Steigrohr saß ein Pfropf und verhinderte das Ansaugen des Dieseltriebstoffes.

Der Diesel im ca. 70 l fassenden Kunststofftank sah ansonsten ganz gut aus.

Was war das für ein Teil ?

Doch Dieselpest ?

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Dieselpest

Wie jetzt das Teil entfernen? Das Steigrohr ließ sich von oben nicht ausbauen, dazu hätte umständlich der ganze Deckel mit allen Anschlüssen deinstalliert werden müssen.

Detlef vom Wassersportclub Helgoland (WSC) half mir mit einem dicken Aluminiumdraht aus der Patsche. Damit konnte ich durch das Steigrohr den Pfropf rausdrücken und anschließend mit einer Drahtschlaufe aus dünnem Edelstahl das Teil einfangen und aus dem Tank befördern.

Hier ist es.

Ein schwammigen Teil. Ganz klar Dieselpest.

Wer hätte das gedacht, bei dem ansonsten sauberen Kunststofftank ? Vermutlich bildet das metallene Steigrohr ein ideales Plätzchen zum Andocken der Bakterien.

Ich fühle mich fast an den Roman „Der Schwarm“ erinnert😁

Nachdem ich soweit gekommen war konnte ich nach einem Bier und zwei Whiskey gut schlafen.

Heute war „nur“ noch alles zusammen zu bauen und das Boot aufzuräumen. Jetzt läuft der Motor wieder und ich bin fröhlich.

Jetzt hat es mæchtig aufgebriest und der Sturm soll noch bis morgen Nacht anhalten.

Aber für mich ist die Welt (wieder) in Ordnung 😉

Autor: Sailing-Rainer

Langzeittörns in Nord- und Ostsee mit Sy Swantje (EMKA 29 HT) Gern auch einhand

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