Wattfahrt nach Spieka Neufeld und Neuwerk

Das Motorboot von Gert hat lediglich einen Tiefgang von 65 cm und er meint „Damit kann man sogar über nasse Wiesen fahren“.

Was liegt also näher als einen Törn ins Watt zu unternehmen und wir entscheiden uns für einen Törn nach Spieka Neufeld und Neuwerk. Natürlich haben wir dazu bei unserem „Wattenfuchs“ Werner im Vorfeld Erkundigungen eingezogen. Werner rät im Wurster Arm bis zur Tegeler Rinne zu fahren um dann über die Robinsbalje das Spiekaer Tief zu erreichen. So umgeht man das Wattenhoch im Anschluss an das Bakenloch nahe den Kormoran-Türmen Meyers Ledge.

Das Wetter macht uns aber am Freitag, 09. Juli einen Strich durch die Rechnung.

Satte 4 Bft gegen den Ebbstrom lassen schon vor dem Container-Terminal hässliche Kabbelungen entstehen und MY Fiedje wird ordentlich durchgeschüttelt. Achim, der mit uns ausgelaufen ist, dokumentiert unseren Tanz über die Wogen👍

Als erfahrene Segler lassen wir uns nicht entmutigen – wir kennen diese Situation – und biegen bei Wremen in den Wurster Arm ein. Hier kommt dann aber Plan B zum Einsatz. Wir verzichten darauf bis zur Tegeler Rinne zu fahren und gehen in das Bakenloch nahe Meyers Ledge zunächst vor Anker. Wir liegen geschützt durch die sich bildenden Wattflächen und genießen die Atmosphäre.

Leider ist die Tide gegen uns. Wir müssen lange warten, bis wir über das Wattenhoch im Elbe-Weser-Wattfahrwasser kommen und setzen, weil wir zu ungeduldig sind, auch mehrmals auf. Wir merken: Für die Wattfahrt brauchen wir mehr Geduld. Aber wir sehen ja die Dunkelheit kommen….

Es nützt nichts, wir müssen am Rand des Paddingbütteler Tief vor Anker gehen. In der Dunkelheit können wir die Priggen nicht mehr erkennen.

Wir liegen etwas zu dicht an den Priggen und fallen beim kommenden Niedrigwasser morgens trocken. Eine Premiere für Fiedje. Allerdings war das Ankerliegen in der Nacht nicht ganz so angenehm. Fiedje schwoit und schaukelt doch mächtig.

Am Samstag geht’s um 11:00 vormittags endlich wieder los. Gert steht die Freude ins Gesicht geschrieben als wir die Spiekaer Tonne erreichen.

In Spieka Neufeld durch den langen Hafenschlauch einzulaufen ist für uns ein Genuss und wir freuen uns über den bezeichneten Liegeplatz im ausgesprochen Gäste-freundlichen Verein.

Der SSV Spieka-Neufeld hat eine eigene Webseite.

http://www.ssv-spieka-neufeld.de/ssv.html

Eine treffende Beschreibung zum Hafen Spieka-Neufeld gibt es auch hier.

https://wasserundeis.com/2018/07/06/kutterhafen-spieka-neufeld/

Wir fühlen uns hier sauwohl

Wie unschwer zu erkennen ist…

Am Wochenende ist unser nächstes Ziel der Bauernhafen von Neuwerk – durch Ortsansässige von der Wurster Küste immer gut belegt. Wir starten daher am Sonntagnachmittag, wenn sie alle den Hafen verlassen. Dabei folgen wir dem Rat von Einheimischen und wählen einen mehr oder minder direkten Weg. Im Nachherein hab ich da allerdings meine Zweifel, auch wenn uns auf diesem Weg einige Sportboote entgegen kommen.

Sind denn hier nicht die Befahrensverbote in Zone 1 des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer für die Robbenschutzgebiete (RSG) und Brut- und Mausergebiete der Vögel (VSG) zu beachten ???

Schon nach 1,5 h gemäßigter Fahrt erreichen wir den Bauernhafen von Neuwerk, der nur von Booten mit max. 1 m Tiefgang angelaufen werden sollte. Man fällt auf jeden Fall voll trocken. Und wer möchte schon bei zu wenig Wasser nicht mehr aus dem Hafen heraus können?

Bevor das Wasser wieder weglief, hab ich hier noch schnell gebadet.

Neuwerk entschleunigt ungemein. Die Insel ist überschaubar und auf dem Deich in 1-2 h zu umrunden.

Am Sonntag interessieren wir uns zunächst für das nähere Hafenumfeld, den alten Turm, die Fußwaschanlage für die Neuwerk- Wanderer, den Friedhof der Namenlosen, die Postzustellung, essen fein Matjesvariationen in einem Gasthof und am Abend schauen wir über den Handy-Bildschirm das Europapokal-Endspiel Italien-England.

Montagmorgen beobachten wir zunächst die ankommenden Wattwagen.

Und dann natürlich der Inselrundgang

Wegen der unbeständigen Wetterlage haben wir von einem Abstecher nach Helgoland abgesehen😉

Am Dienstag zurück in Spieka-Neufeld sind vor allem die einlaufenden Krabbenkutter eine Attraktion.

Die Rückfahrt zum Bakenloch über eine Abkürzung war unproblematisch.

Dabei kamen wir dann auch relativ nah am Dorumer Tief vorbei.

Ebenfalls wegen der unbeständigen Wetterlage strichen wir Fedderwardersiel aus unserer Reiseplanung und liefen gegen die Tide Bremerhaven an.

Dadurch kamen wir erst im Dunklen an unseren Liegeplatz im WVW Bremerhaven.

Das machte gar nix.

Gab’s doch ein Bordfest mit Krabbenbrot und Spiegelei 🙂

Autor: Sailing-Rainer

Langzeittörns in Nord- und Ostsee mit Sy Swantje (EMKA 29 HT) Gern auch einhand

2 Kommentare zu „Wattfahrt nach Spieka Neufeld und Neuwerk“

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