Gucken gehn…

Ich laufe gern durch die Gegend und schaue mir dabei alle möglichen Details an, die ich dann häufig auch gern zur Erinnerung im Bild und Wort festhalte. So auch gestern…

Direkt in der Zufahrt zum Binnenhafen kommt mir ein ausgemusterter Rettungskreuzer der DGzRS mit Heimathafen Büsum vor die Augen. Ein stolzes schönes Schiff.

Beim Atoll gab’s dann erst mal den 2. Morgenkaffee und ich erfreue mich an einem Gedicht am Eingang zum Rathaus – auch in der Originalsprache Halunder.

Weiter dann zum Osthafen. Detlef hatte mir von einem Börteboot erzählt, das jemand eigenhändig nachgebaut hat (Planken auf Spanten). Und ich entdecke die Sigrid auch dort – ein wahrhaftiges Meisterstück.

Kurz darauf komme ich mit einem Bootseigner ins Gespräch – bei ihm hat „Petri Heil“ tatsächlich gewirkt. Er zeigt mir die direkt am Liegeplatz frisch gefangenen Makrelen.

Nach so viel Erlebtem muss erst mal eine Ruhepause sein. Ich lasse mich an der Ostkaje kurz hinter dem Schwimmbad in einem dieser herrlichen weinrotbezogenen Sitzmöbel nieder. Wie schön ist es, von hier einfach nur auf das schier endlose Meer zu schauen.

Etwas macht die Sache besonders schön: Nebenan las eine junge Frau ihrem Partner aus einem Buch vor. Ich konnte zwar kaum etwas verstehen, aber die angenehme Stimme passte gut zu meinem verträumten Blick aufs Meer.

Als ich auf der breiten langen Pier weiter ging, schaute mir auf einer Maschinerie ein kleiner Kobold entgegen.

Die Pflanzen am kargen Wegesrand begeisterten mich.

Schlimm was alles an Abfall so im Meer gefunden wird.

An der Ostecke zum Nordstrand erstreckt sich eine Mole nach Norden. Ein Seevogel wartet dort auf den passenden Fisch und ein Serviceboot der Windkraftindustrie zieht seine Bahn.

Von der Mole wandert der Blick zum Nordstrand, dessen Steinschätze bei Ebbe jetzt freigelegt sind.

Hier finde ich einen großen Hühnergott (Stein mit Loch drin), der trotz seines Gewichtes von ca. 3 kg in meinen Rucksack wandert. Der muss mit 🙂

Emsige Steinchenbauer hatten eine schöne Pyramide errichtet. Dort legte ich mich zu einem Nickerchen in den Sand.

Bevor ich die steile Treppe zum Nordstrand hinauf steige, noch ein Gruß an Ilse in den Sand gelegt.

Nach 256 Stufen ist man oben. Jedes Mal herrlich dieser Blick

Weiter geht es Richtung Kleingärten. Gleich am ersten Garten kann ich einige Sämereien erstehen. Die Besitzerin beklagt große Schäden durch Starkregen der letzten Tage.

Man sieht, mit wie viel Liebe die Kleingärten gepflegt werden.

Eine Katze beäugt mich mißtrauisch aus ihrer Deckung.

Von hier oben bietet sich ein Klasse Blick auf mein geliebtes Freibad und die Düne mit dem feinsandigen Südstrand.

Was für ein herrlicher Tag !

Einen Hôhepunkt gab’s dann noch abends. Wer hätte das gedacht: Der erste Wagner-Abend jemals auf Helgoland.

Ich kam rechtzeitig und sicherte mir so einen Platz im komfortablen Strandkorb, der etwas am Rande stand, mit dennoch akzeptabler Sicht auf die Bühne.

Drei stimmgewaltige Solisten der Bayreuther Festspiele begeisterten mich (obgleich kein Wagner-Fan) und die anderen ca. 150 Zuschauer und ließen es die Künstler auch durch langanhaltenden Applaus wissen. Die begleitende Pianistin war schon für sich ein Ohrenschmaus.

Ich fühle mich auf Helgoland wohl, wie ein Fisch im Wasser. Die teils durch stürmisches Wetter erzwungene lange Liegezeit von einer Woche verging wie im Flug.

Morgen geht’s los mit Kurs Cuxhaven, Tidebedingt erst gegen 14:00. Das Kreuzfahrtschiff wird dann sicherlich nicht mehr vor dem Vorhafen ankern.

Autor: Sailing-Rainer

Langzeittörns in Nord- und Ostsee mit Sy Swantje (EMKA 29 HT) Gern auch einhand

2 Kommentare zu „Gucken gehn…“

  1. Büsch‘n neidisch bin ich schon. Ich bin in Rendsburg beim RVR, Leuten helfen. Auch nett, aber Helgoland wäre schon etwas netter.
    Dafür habe ich gestern aber gute Kritiken bekommen, als ich die 7 t Degerö aus der Box, um die Ecke und auf den Slip bugsiert habe. Bei dem Wind war das auch grenzwertig mit der Dehler die Degerö auf Seite zu schleppen. Ist aber alles gut gegangen. Keine Hauptdarsteller im Hafenkino gewesen. 😉

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