Fantastische Baltikumtour mit Reisewohnwagen Adria Action

In einer 6-wöchigen Reise haben wir vom 11. Juli bis zum 21. August Polen sowie 3 Länder des Baltikums (Litauen, Lettland, Estland) besucht.

Die Reise ging auf dem Hinweg an der Küste entlang, wobei die russische Enklave Kaliningrad umfahren wurde. Auf diese Weise konnten wir neben der polnischen Ostseeküste mit ihren herrlichen Stränden mit Masuren auch das Hinterland kennenlernen. Natürlich stand auch ein Abstecher auf die kurische Nehrung (Nida) im Programm und wir haben im weiteren Verlauf die Inseln Saaremaa und Hiiumaa besucht.

Tallin war dann fast der nördlichste Punkt unserer Reise. Uns zog es aber noch in den Lahema-Nationalpark mit Vösu, Vergi und Käsmu dem „Dorf der Kapitäne“. 2007 war ich bis hierher mit meiner SY Swantje gesegelt.

www.sailing-rainer.eu

Emotional stellte das für mich den Höhepunkt unserer Reise da. Außerdem war inzwischen unser Kopf so voll geworden, das wir uns für eine rasche Rückreise mit der Fähre Liepaja Travemünde entschieden und die Strecke Vösu-Liepaja von 600 km in 2 Fahrtagen bewältigten.

Insgesamt sind auf der Reise 4800 km zusammengekommen. Wir sind allerdings meistens nur 200 km am Tag gefahren – gut so wegen teils schlechter Straßenverhältnissen. Außerdem waren wir so immer gegen Mittag bereits am nächsten Ziel. Auch der Folgetag wurde dann dort verbracht. So war das ganze keine Hetze, die Reise plätscherte so vor sich hin und wir hatten viel Zeit zur Erholung und zu Exkursionen.

Auf dem Landweg habe ich Polen und das Baltikum das erste mal besucht. Uns hat die Atmosphäre in den Ländern gut gefallen. Hervorzuheben ist die Familienfreundlichkeit (überall gut ausgestattete Spielplätze). Mit Englisch und teilweise Deutsch kommt man überall gut klar.

Es gibt viele gute Campingplätze in hervorragender Lage. Bei der Sanitärausstattung muss man einige Abstriche machen, über mangelnde Sauberkeit brauchten wir uns allerdings nicht beklagen. Auch fühlten wir kein erhöhtes Kriminalitätsrisiko, wir fühlten uns immer sicher.

Genervt hat ein wenig die verantwortungslose und risikobereite Fahrweise in den Ländern. Mit überwiegend hochmotorisierten Fahrzeugen wird gedrängelt an unübersichtlichen Stellen überholt und in Städten und kleinen Ortschaften erheblich zu schnell gefahren. Insbesondere als Fußgänger und Radfahrer muss man das einkalkulieren und achtsam sein.

Die Fülle unserer Reiseeindrücke lässt sich kaum zusammenfassen. Neben wunderschönen Städten wie Danzig, Riga und Tallin erlebten wir auch kleinere Ortschaften wie z.B. Elbing, Silute, Kuldiga. Und dann natürlich herrliche Naturlandschaften wie die Wanderdünen bei Leba, Masuren, die Memelmündung, die Kurische Nehrung und die Estnischen Inseln Saaremaa und Hiiumaa.

In ca. 30 Beiträgen habe ich versucht das Erlebte in Wort und vielen Bildern zu dokumentieren für Interessierte und für uns zur Erinnerung in kalten Wintermonaten. Apropos Kälte: Einen so tollen warmen Sommer hat man hier im Baltikum wohl auch selten erlebt. Nur 3 mal Regen und selbst in Estland angenehme Badetemperaturen.

Nachfolgend die Überschriften der Blogbeiträge (nicht verlinkt). Diese allein geben schon die Vielfältigkeit der Reise wieder. Viel Spaß beim Stöbern in den Beiträgen.

Land-Yachting 2018: Die große Baltikumtour
Top Strand in Markgrafenheide
1. Ziel in Polen: Dziwnowek
Meeresgrollen und Radtour zur Dziwna-Mündung
Abenteuerliche Landstraßen und Wiedersehen mit dem Höllenschlund
Zur Sahara Pommerns
Danzig und Sopot
Kontrastprogramm: Altstadt Elbing und Radtour über Land
Zur Storchenschule in Masuren
An der Memel
In der Region Silute
Fahrradtour und Strandleben in der Kurischen Nehrung
Schweizer Tipp für Lettland
Ventspils und heute Strandtag
Im Baltikum: Die Sonne in der Hand
Besuch in Kuldiga
Abstecher zum Kap Kolka und dann nach Riga
Riga per Schiff und zu Fuß
Nach Saaremaa (Ösel)
Unterwegs auf Saaremaa (I)
Unterwegs auf Saaremaa (II)
Hiiumaa
Hiiumaa: Erkundungstouren (I)
Hiiumaa: Erkundungstouren (II)
Haapsalu
Vitamin „Sea“ und Tallin
Lahemaa-Nationalpark: Vösu, Vergi, Altja
Käsmu: Dorf der Kapitäne
buffer overflow oder On The Way Home

Eine unvergessliche Land-Reise mit meiner lieben Frau Ilse
und unserem kleinen Reisewohnwagen Adria Action.

Zusammen mit der 7-wöchigen Segeltour rund Rügen
www.sailingrainer.wordpress.com
scheint meine Reiselust für 2018 nun gestillt.

Na ja – 1 oder 2 Segeltörns zu den Ostfriesen oder nach Helgoland müssen schon noch sein.

Sailing-Rainer
www.sailing-rainer.eu

buffer overflow oder On THE Way Home

Nach nahezu 6 Wochen Baltikum-Tour ist unser Kopf voll: Buffer Overflow.

Es passt nix mehr rein und wir haben auch keine Lust mehr uns etwas anzuschauen.

Am nördlichsten und dem Höhepunkt unserer Reise in Vösu entstand also spontan der Wunsch, rasch die Heimreise anzutreten. Wir nehmen morgen die Abendfähre ab Liepaja und schwupps sind wir 27 h später in Travemünde. Von da ist es ein Klacks heim.

Gestern sind wir gut 300 km über eine abwechslungsreiche Strecke hierher in den Gauja-Nationalpark gefahren. Am Raiskums-See (herrlich das Morgenbad) haben wir den bestausgestatteten Campingplatz unserer Reise (unseres bisherigen Camperlebens?) angelaufen.

Verschiedene Stellplätze befestigt/unbefestigt, Wiesen, Hütten liegen an einem Hang direkt am See. Jeder findet einen Platz nach seinem Gusto. Dazwischen viele Tischgruppen, Grill- und Feuerstellen und zwei top gepflegte Sanitärgebäude.

Ein Platz wie für uns gemacht einen letzten Tag auszuspannen. Wir könnten hier im Gauja-Nationalpark sicher noch viel erleben, aber wie gesagt: die Köpfe sind voll und heute gibt es zum ersten mal seit langer Zeit etwas Nieselregen.

Ich glaube, ich höre Swantje auch schon rufen.

Morgen dann ca. 300 km zur Fähre in Liepaja.